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Glück ist oft kleiner, als wir denken

  • 31. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Ich glaube, dass glücklich sein für viele Menschen heute schwieriger geworden ist, als es eigentlich sein sollte. Und ich kenne dieses Gefühl selbst nur zu gut.
Ich war lange Teil dieses typischen Hamsterrads. In meinem Kopf gab es immer das Gefühl von „mehr“. Mehr Geld. Ein besseres Auto. Schönere Urlaube. Mehr erleben. Mehr erreichen.
Und für dieses „mehr“ arbeitet man automatisch auch mehr. Man strengt sich an, gibt immer mehr von sich selbst und verbringt oft Zeit in Situationen oder Jobs, die einen gar nicht wirklich glücklich machen. Man wartet auf den nächsten Urlaub, auf die nächste Anschaffung oder auf den nächsten besonderen Moment – und wenn er dann da ist, fühlt sich das Glück oft nur kurz an.

Dann beginnt alles wieder von vorne.

Ich habe irgendwann gemerkt, dass mich dieses Leben immer mehr erschöpft hat.
Und irgendwann ging es mir richtig schlecht. Ich war traurig, oft unzufrieden, sah nur noch das Schlechte und hatte das Gefühl, dass mir etwas fehlt – obwohl ich eigentlich vieles hatte.
Und ich muss ehrlich sein: Zu dieser Zeit fühlte ich mich manchmal sogar durch meine Hunde eingesperrt.

Während ich auf Social Media die Bilder anderer Menschen sah – spontane Ausflüge, Wanderungen, Reisen und scheinbar perfekte Momente – wurde ich traurig. Ich fragte mich manchmal sogar, ob die Entscheidung Hunde zu haben, die richtige gewesen war.

Heute fühlt sich dieser Gedanke fast fremd an, weil ich meine Hunde über alles liebe. Aber damals war das ein Gefühl, das da war.

Eine Freundin sagte irgendwann zu mir, dass sie sieht, wie schlecht es mir geht. Und dies traf mich sehr, da ich doch nach außen hin immer "funktioniert" hatte. Aber es wurde mir auch etwas bewusst, das ich selbst schon lange verdrängt hatte: So möchte ich nicht sein.

Ich war früher immer eine Frohnatur. Ich war jemand, der viel gelacht hat, der sich über kleine Dinge freuen konnte und der das Leben leicht genommen hat. Und genau diese Person hatte ich irgendwo verloren.

Ich begann genauer hinzusehen – und ausgerechnet meine Hunde waren es, die mir etwas gezeigt haben. Ich beobachtete sie und merkte, dass sie jeden Tag Zeit im selben Haus verbringen. Sie bekommen oft dasselbe Futter. Sie gehen meistens die gleichen Spazierwege. Und trotzedem freuen sie sich über Sonnenstrahlen auf ihrem Bettchen. Sie genießen jeden Spaziergang, Nähe, Kuschelzeit und einfach gemeinsame Zeit.
Sie denken nicht darüber nach, ob sie mehr brauchen. Ob andere Hunde aufregendere Tage haben oder ein größeres Körbchen besitzen. Sie sind glücklich mit den kleinen Dingen.

Und plötzlich verstand ich etwas:
Vielleicht brauchen wir Menschen eigentlich viel weniger, als wir glauben.
Ab diesem Zeitpunkt begann sich etwas in mir zu verändern.
Ich habe Menschen aus meinem Leben gehen lassen, die mir nicht gutgetan haben. Ich habe neue Freundschaften gefunden. Ich habe meinen Job gewechselt – und ja, heute verdiene ich deutlich weniger als früher. Aber ich habe auch verstanden, dass ich viel weniger brauche.
Heute genieße ich die Natur bewusst. Ich setze mich manchmal einfach zehn Minuten an unseren Teich und schaue aufs Wasser. Ich freue mich über Frösche im Garten. Ich bin dankbar für einen Abend mit meinem Mann auf der Couch, eine Pizza auf dem Tisch und einen schönen Film.

Früher wären das einfach normale Momente gewesen. Heute sind es für mich Glücksmomente.

Und trotzdem möchte ich ehrlich sein: Ich erwische mich auch heute noch manchmal dabei, in alte Muster zurückzufallen. Ich vergleiche mich manchmal wieder. Ich denke manchmal, dass ich noch mehr erreichen müsste, schlänker sein könnte oder dass andere Menschen scheinbar ein schöneres oder aufregenderes Leben führen.
Und manchmal fällt es mir auch heute noch schwer, einfach glücklich zu sein.
Der Unterschied ist nur: Ich erkenne es mittlerweile.
Und ich arbeite an mir.
Nicht perfekt zu sein, sondern bewusst zu sein – das ist für mich heute viel wichtiger geworden.

Meine Hunde haben mir etwas beigebracht, das ich früher nie verstanden habe:
Glück findet man oft nicht im Materialismus. Dinge können Momente schöner machen – aber sie können keine innere Leere füllen.
Manchmal ist Glück viel kleiner, als wir denken.

Vielleicht liegt es in zehn Minuten Ruhe am Teich. In Sonnenstrahlen auf dem Gesicht. In Fröschen im Garten. In einem gemeinsamen Abend auf der Couch, einer Pizza und einem Film.

Vielleicht findet man Glück viel öfter in kleinen Momenten, als in großen Dingen.
Und vielleicht braucht es manchmal auch Mut, aus seinem eigenen Hamsterrad auszusteigen. Mut, Gewohnheiten zu hinterfragen. Menschen loszulassen. Neue Wege einzuschlagen. Entscheidungen zu treffen, die nicht jeder versteht.
Denn manchmal wartet das, wonach wir unser ganzes Leben suchen, nicht hinter dem nächsten Ziel oder der nächsten Anschaffung.
Vielleicht wartet es längst auf uns – mitten in unserem ganz normalen Alltag.

Denn Glück ist viel kleiner, als wir denken.
Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke.
 
 
 

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