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TRAUER

"Ich habe dir den Hundehimmel versprochen"



Dieser eine Tag, diese eine Sekunde, wenn sich unsere Welt neu ordnet und uns einfach nur sprachlos, machtlos und voller Trauer zurücklässt. Dieser kurze Augenblick, wo unsere Welt sich aufhört zu drehen und wir nicht verstehen können, warum andere Menschen noch lachen, die Autos noch weiterfahren, die Sonne noch scheint. Unsere Welt ist zusammengebrochen. Diese Welt, in der uns unser Hund mit seiner feuchten Nase anstupst, mit den abenteuerlichen Spaziergängen, mit den Streicheleinheiten, ... diese existiert nicht mehr.


Menschen, die ihren Hund verloren haben, empfinden einen großen und tiefen Schmerz.

Es sind für uns nicht nur Haustiere, sondern auch enge Freunde und Familienmitglieder. Die Nähe und die viele Zeit, die wir mit unseren Lieben verbracht haben, die vielen Momente und Rituale, die Spaziergänge, all diese ganz individuellen Marotten und Eigenschaften, die man im Laufe des Zusammenlebens lieben gelernt hat und nun schrecklich vermissen wird.


Wer einen solchen Verlust erleidet, ist damit in Gänze beschäftigt. In den ersten Tagen funktioniert man. Doch dann, wenn die Stille in das Zuhause einkehrt, wenn uns bewusst wird, dass niemand freudig beim Nachhauskommen wartet, das Hundebett unbenutzt bleibt - dann ist keine Kraft mehr für anderes da. In unserer Gesellschaft stößt man bei dem Thema trauern um ein Tier immer noch auf großes Unverständnis. Dabei ist die Intensität dieser Gefühle niemals unangemessen oder falsch. Dass der Tod unserer Wegebegleiter uns so unglaublich stark mitnimmt, hat viele Gründe. Es war ja nicht "nur" ein Tier, sondern ein Freund, ein Familienmitglied. Wir haben uns um diesen Vierbeiner gekümmert, gaben ihm Liebe, schenkten ihm Zeit, machten uns Sorgen, wenn es krank war. Für ihn waren wir die Welt. Und unsere Welt hat er durch sein Dasein zu einem schöneren Ort gemacht.


Für jeden ist Trauer ganz individuell. Manch einer verkriecht sich und möchte nur seine Ruhe, andere wiederum sind froh, wenn sie viel Ablenkung um sich haben. Ganz egal wie - jeder trauert auf seine eigene Art und Weise um seinen vierbeinigen Freund. Trauer ist immer eine schmerzliche und leidvolle Erfahrung, die uns geistig, körperlich und seelisch extrem fordert. Sie ist kaum auszuhalten - man möchte schreien, weinen und ist einfach nur müde, von diesem Kummer.


Es kommen Tage, wo die Last auf den Schultern leichter ist und man mit einem Lächeln an die gemeinsame Erinnerung mit seinem Hund zurückdenken kann. Und dann - ein Bruchteil einer Sekunde und es trifft einem erneut und man wird mitgerissen in die Tiefe, die voll Schmerz und Hoffnungslosigkeit gefüllt ist.


Anscheinend durchläuft ein Mensch nach einem Verlust vier Trauerphasen. Die erste Phase ist das Nichtwahrhaben wollen, das Verleugnen und nicht akzeptieren des Verlustes. Man fühlt sich hilflos und verloren. In der zweiten Phase erwischt einem der Trauerschmerz ungebremst und mit voller Wucht. Auch finden sich hier oft Schuldgefühle wieder. Einsamkeit, Verzweiflung, Unverständnis, aber auch Dankbarkeit und Freude fallen in die dritte Trauerphase.

Die vierte und letzte Phase wird überwiegend von Glück, Freude, Ruhe und Dankbarkeit bestimmt. Man erinnert sich liebevoll und in großer Dankbarkeit an die gemeinsame Zeit zurück.


Nehmt euch Zeit zu trauern. So einzigartig unsere Vierbeiner waren, so individuell ist auch der Trauerweg, den es zu bestreiten gibt.


Vor meinem Tod habe ich keine Angst, ich habe nur Angst vor dem Tod derer, die mir im Herzen wichtig sind. Ich bin mir sicher, dass es zwischen diesem Leben und nach dem Tod noch etwas wundervolles geben wird. Ich glaube an ein Wiedersehen, ich glaube daran, dass jede Seele ihren Weg gehen muss und ich glaube, dass unsere Hunde uns zur richtigen Zeit finden. Unsere Vierbeiner, die stark behaarten Wesen mit ihren Kulleraugen, die uns ein kurzes Stück auf unserem Weg begleiten dürfen, die uns lehren das Leben zu genießen und das Leben so anzunehmen wie es ist. Und dies zu verstehen lernen, das ist ein Geschenk von unseren Hunden an uns.


Die Erinnerungen bleiben, die Art und Weise wie sie uns im Herzen berührt haben, kann uns niemand nehmen. Sie leben weiter - in unseren Geschichten, auf unseren Bildern, in unserem Herzen. Sie begleiten uns unser restliches Leben und dadurch bleiben sie für uns unvergessen.


Man behält von dem gemeinsamen Leben was geht und doch blickt man auf das Ende einer Geschichte.

Und eine schöne Geschichte schreibt man selten allein.



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DIE REGENBOGENBRÜCKE

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der jenseitigen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum. Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück.

Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.


So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen! Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen.

Dein Gesicht wird wieder und wieder von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen.

Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet niemals mehr getrennt sein.














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