Gewalt
- 11. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Wann hören wir endlich auf, wegzuschauen?

Es passiert überall – auf Spaziergängen, in Hundeschulen, in Social-Media-Gruppen: Hunde, die leiden, Menschen, die zuschauen, und keine Konsequenzen für die Täter. Schlagende Hände, Schreie, ruckartige Leinen, ängstliche Augen, die um Hilfe flehen – und die Welt schaut weg.
In Österreich endet so vieles oft mit einer Diversion. Jemand quält einen Hund, bekommt eine kleine Geldstrafe oder einen kurzen Verweis – und alles läuft weiter, als wäre nichts geschehen. Für die Hunde jedoch ist das kein „kleiner Vorfall“. Jeder Schlag, jedes laute Schimpfen, jede missbräuchliche Handlung hinterlässt Narben – körperlich und seelisch.
Und noch schlimmer: Es passiert in unserer eigenen Bubble. Menschen, die sich als Tierliebhaber:innen ausgeben, tolerieren, rechtfertigen oder ignorieren Gewalt. Kommentare wie „das gehört sich so“ oder „ist doch nur ein Hund“ tauchen immer wieder auf. Diese Gleichgültigkeit ist Gift. Sie normalisiert Misshandlung und macht uns alle zu Mitwissern.
Gewalt hat auch im Menschenleben nichts zu suchen. Wer Gewalt an Tieren duldet oder selbst ausübt, zeigt, dass Aggression und Respektlosigkeit Teil des eigenen Handelns werden können. Unsere Bubble sollte deshalb ein Ort sein, an dem wir nicht nur die Hunde, sondern auch einander schützen – ein Ort, an dem Mitgefühl, Respekt und Verantwortungsbewusstsein die Regeln bestimmen.
Es muss uns wütend machen. Es muss uns traurig machen. Und es muss uns zum Handeln bewegen.
Wir können nicht wegsehen.
Wenn wir Gewalt sehen – online oder offline – dürfen wir nicht schweigen. Wir können nicht zulassen, dass Hunde weiterhin leiden, während Täter ungestraft davonkommen.
Wir können aktiv werden.
zeige Zivilcourage: Sprich die Täter:innen an, wenn es sicher ist.
unterstütze Betroffene: Beobachter:innen, die wegschauen, können wir durch Solidarität ersetzen.
teile Wissen: positive Hundehaltung, Deeskalation, Training – zeige, dass es Alternativen gibt.
vernetze dich mit Gleichgesinnten: Zusammen kann man Druck auf Institutionen ausüben, Aufmerksamkeit erzeugen und die Bubble sicherer machen.
Jeder von uns kann einen Unterschied machen.
Wir müssen die Stimme der Hunde sein. Wir müssen hinschauen, auch wenn es schmerzt. Wir müssen laut sein, auch wenn es unbequem ist. Gewalt darf nicht normal werden. Nicht in der Hundebubble. Nicht in Österreich. Nicht irgendwo.
Unsere Hunde vertrauen uns blind. Wir schulden ihnen mehr als Gleichgültigkeit. Wir schulden ihnen Schutz, Respekt und eine Community, die für sie einsteht – genauso wie wir uns selbst und andere Menschen respektvoll behandeln müssen.
Es ist Zeit, die Bubble zu verändern – mutig, laut, konsequent.






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